Albanien

Stand: Dezember 2010.

Als eines der wenigen Länder der Region verbuchte Albanien im Jahr der Weltwirtschaftskrise 2009 ein Wachstumsplus von drei Prozent. Auch 2010 wird mit einem Wachstum in ähnlicher Größenordnung gerechnet. Wirtschaftsreformen der vergangenen Jahre zeigen Wirkung. Die Weltbank hat das Land zum „Top-Reformer“ 2008 gekürt. Im internationalen Ranking 2009 von Transparency International ist Albanien von einem hinteren Platz auf Position 95 vorgerückt und konnte sich im Ranking 2010 um weitere Plätze auf Position 87 von 180 Staaten vorarbeiten  Der „Transition Report 2010“ der Osteuropabank EBRD attestiert Fortschritte bei der Annäherung an EU-Standards. Positiv schlug auch der Beitritt Albaniens zur Nato im Frühjahr 2009 zu Buche. Ebenfalls im Frühjahr 2009 stellte das Land bei der EU einen Aufnahmeantrag. Gegenwärtig prüft die EU noch, ob Albanien der offizielle Status eines Beitrittskandidaten verliehen werden kann. Einen Durchbruch gab es dagegen in der Visa-Frage: Seit 15. Dezember 2010 dürfen Albaner ohne Visa in die EU-Reisen und sich dort drei Monate pro Halbjahr aufhalten.

Deutschlands Exporte nach Albanien nahmen 2009 um 1,3 Prozent auf 196,3 Millionen Euro zu, die Importe nahmen um 10,7 Prozent auf 35,3 Millionen Euro zu. Dieser positive Trend hat sich im ersten Halbjahr 2010 leider nicht fortgesetzt. Der bilaterale Handel gab in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent nach.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Der Ost-Ausschuss unterstützt im Rahmen des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Albanien.

Darüber hinaus fördert der Ost-Ausschuss innerhalb des Partnerschaftsprojektes „Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung in Albanien“ mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) den Fach- und Erfahrungsaustausch zwischen der deutschen und albanischen Wirtschaft sowie die Stärkung der albanischen Unternehmerverbände. Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen in Albanien durch Förderung ausgewählter Branchen (Tourismus, Ernährungsindustrie, Leichtindustrie, Softwareindustrie), Schwerpunktregionen (Nordalbanien, Korca, Tirana) und durch Unterstützung auf nationaler Ebene.

Vom 5. bis 8. Mai 2009 fand in Zusammenarbeit von GTZ und Ost-Ausschuss eine Delegationsreise der deutschen Tourismusindustrie nach Albanien statt. Tourismus gilt in Albanien als Wachstumsbranche Nummer eins. Die Reise bot deutschen Unternehmen die Möglichkeit, das touristische Potenzial von Albanien und den Investitionsbedarf in die touristische Infrastruktur kennenzulernen. Im Rahmen einer Abschlusskonferenz in Tirana wurde die Reise in Anwesenheit des albanischen Tourismusministers und gemeinsam mit Vertretern der jungen albanischen Tourismusindustrie ausgewertet. Während es noch Nachholbedarf in Sachen Infrastruktur und Rechtssicherheit bei Grundstücksverkäufen gibt, machen die lange Sandküste und kulturhistorische Orte wie die zum Unesco-Welterbe gehörenden Städte Gjirokastra und Berat oder die archäologische Stätte Butrint Albanien als Reiseziel insbesondere für Studienreisen attraktiv.

Am 6. April 2010 begrüßte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft den albanischen Staatspräsidenten Bamir Topi anlässlich seines Deutschlandsbesuchs zu einem Abendessen in Berlin. Präsident Topi, der von wichtigen albanischen Politikern und Unternehmern begleitet wurde, war am Morgen von Bundespräsident Köhler empfangen worden und nahm danach in Berlin weitere Termine war. Im Rahmen des gemeinsamen Abendessens mit deutschen Unternehmensvertretern ergab sich zum Abschluss des Besuches für beide Seiten die Möglichkeit, aktuelle Themen in den deutsch-albanischen Wirtschaftsbeziehungen anzusprechen.
In seiner Begrüßung verwies Präsident Topi auf die guten Erfahrungen seines Landes in der Zusammenarbeit mit Deutschland und das hohe Interesse Albaniens an einem Ausbau der Beziehungen. Die anwesenden deutschen Unternehmen bestätigten die von Topi beschriebenen positiven Trends, mahnten jedoch zusätzliche Verbesserungen in den Bereichen Rechtssicherheit sowie Transparenz in Verwaltungs- und Entscheidungsprozessen an. Gute und verlässliche Rahmenbedingungen seien entscheidend für ein nachhaltiges Engagement. Vor diesem Hintergrund wurde die Unterzeichnung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und Albanien als positives Signal an potentielle Investoren gewertet.

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft organisierte am 10. Juni 2010 zusammen mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag sowie der Deutsch-Albanischen Wirtschaftsvereinigung in Hamburg die vierte Deutsch-Albanische Wirtschaftskonferenz. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Perspektiven der bilateralen Wirtschaftszusammenarbeit sowie die Kontakte zu Repräsentanten aus Politik, Wirtschaftsorganisationen und Unternehmen beider Länder.
 

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Statistik

Staatspräsident: Bamir Topi
Premierminister: Sali Berisha
Hauptstadt: Tirana

Bevölkerung, 2009: 3,2 Mio.
Nominales BIP, 2009: 8,65 Mrd Euro
BIP pro Kopf, 2009: 2.719 Euro
BIP-Wachstum, 2010: 3,8%
BIP-Wachstum, 2011: 2,6%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus AL, 2009: 35,3 Mio. Euro
Exporte nach AL, 2009: 196,3 Mio. Euro

Quellen:
Statistisches Bundesamt, gtai, UniCredit, EBRD

BIP: Bruttoinlandsprodukt
 

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