Bulgarien

Stand: August 2010.

Wirtschaftliche Entwicklung

Auf die wirtschaftliche Entwicklung Bulgariens muss man mit vorsichtigem Optimismus blicken. Bulgarien, seit 2007 Mitglied der Europäischen Union, erlebt gegenwärtig die erste Rezession seit 1997: Das Bruttoinlandsprodukt ging 2009 um 5,0 Prozent zurück. Nach den Prognosen des IWF wird das Land im ersten Quartal 2010 den Tiefpunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise erreichen. Insbesondere leidet Bulgarien unter einer zunehmenden Kreditklemme, einer steigenden Arbeitslosigkeit und einem Einbruch auf dem Immobilienmarkt. Experten gehen jedoch davon aus, dass die bulgarische Wirtschaft ab 2011 wieder wachsen wird. Das Land hat im EU-Vergleich die niedrigsten Löhne und bietet gute Investitionschancen im Infrastrukturbereich und im Energiesektor.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Am 26. Januar 2010 nutzte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft den ersten Deutschlandbesuch des neuen bulgarischen Premierministers Boyko Borisov für ein Treffen zwischen deutschen Unternehmen und der bulgarischen Delegation in Berlin. Borisov wurde durch den Minister für Wirtschaft, Energie und Tourismus, Traycho Traykov, den Minister für regionale Entwicklung und Infrastruktur, Rosen Plevneliev, sowie durch den Innenminister, Tsvetan Tsvetanov, begleitet. Ost-Ausschuss-Vorsitzender Klaus Mangold wies in seiner Begrüßung  darauf hin, dass deutsche Investoren trotz und gerade aufgrund der Krise hohe Erwartungen an Bulgarien und seine neue Regierung haben. Boyko Borisov, der im Sommer letzten Jahres zum Premierminister Bulgariens gewählt wurde, stellte den Kurs seiner Regierung vor. Schwerpunkte seiner Politik seien die weitere Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität und die Fortsetzung der Liberalisierung des bulgarischen Marktes.  In verschiedenen Statements bestätigten die anwesenden Unternehmensvertreter aus dem Einzel- und Großhandel, der Energiebranche, der Verteidigungswirtschaft, dem Finanzsektor sowie dem Infrastrukturbereich den positiven Wandel in der bulgarischen Wirtschaftspolitik. Gleichzeitig forderten sie ein energischeres Vorgehen gegen Ineffizienz in der Administration und der Justiz, gegen Korruption und gegen Verzögerungen bei Konzessionsfragen. Borisov, dessen Ziel es ist, Bulgarien 2011 in den Schengenraum zu führen, sagte der deutschen Wirtschaft die aktive Unterstützung der bulgarischen Regierung zu.

Am 30. September 2010 reiste unter der Leitung des Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Klaus Mangold reiste eine hochrangige Wirtschaftsdelegation nach Sofia. Die Teilnehmer trafen neben Staatspräsident Georgi Parvanov auch mit Premierminister Boyko Borisov und Wirtschaftsminister Traicho Traikov zusammen. Zur Delegation gehörte unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Metro Group, Eckhard Cordes. Dieser ist designierter Nachfolger Mangolds im Amt des Vorsitzenden des Ost-Ausschusses. Im Zentrum der Gespräche stand der strategische Ausbau der deutsch-bulgarischen Wirtschaftsbeziehungen.

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Statistik

Präsident: Georgi Părvanov
Regierungschef: Boyko Borisov
Hauptstadt: Sofia

Bevölkerung, 2009: 7,6 Mio.
Nominales BIP, 2009: 33,9 Mrd. Euro
BIP pro Kopf, 2009: 4.479 Euro
BIP-Wachstum, 2010: 0,4 %
BIP-Wachstum, 2011: 2,6 %
 

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus BG, 2009: 1,4 Mrd. Euro
Exporte nach BG, 2009: 1,9 Mrd. Euro

Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt, EBRD.

BIP: Bruttoinlandsprodukt
 

Artikel

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