Serbien
Stand: Januar 2011
Wirtschaftliche Entwicklung
Auch Serbien wurde nach Jahren deutlichen Wirtschaftswachstums von der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen. Nachdem 2008 die Writschaft noch um 5,1 Prozent wuchs, wurde 2009 ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,5 Prozent verzeichnet. Hauptursachen für das Schrumpfen der Wirtschaft waren der starke Rückgang der Konsumnachfrage und der Kreditvergabe sowie der Einbruch der ausländischen Direktinvestitionen. Die Entwertung der Nationalwährung verstärkte die Krise zusätzlich und brachte Konsumenten in Bedrängnis, die Kredite in Fremdwährungen wie dem Euro oder dem Schweizer Franken abgeschlossen hatten. Für Entlastung sorgte ein Standby-Kredit des IWF in Höhe von drei Milliarden Euro. Dieser wurde an Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben, insbesondere an Gehaltskürzungen bei Staatsbeamten und an Rentenkürzungen, gebunden. 2010 wuchs die serbische Wirtschaft moderat um zwei Prozent.
Serbien gehört weiterhin zu den Ländern, die in besonders hohes Handelsdefizit ausweisen. Im Jahr 2009 standen Exporten in Höhe von 5,9 Milliarden Euro Importe in Höhe von 11,1 Milliarden Euro gegenüber. Deutschland ist noch vor Russland und Italien der wichtigste Handelspartner. Serbien ist Mitglied der mitteleuropäischen Freihandelszone CEFTA, die zehn Länder umfasst. Außerdem hat das Land ein Freihandelsabkommen mit Russland.
Besondere Anreize für ausländische Investoren gehen von der ungewöhnlich niedrigen Körperschaftssteuer von zehn Prozent aus. Serbien ist mit einer potenziellen Anbaufläche von fünf Millionen Hektar ein interessantes Agrarland. Die Agrar- und Ernährungswirtschaftträgt folgerichtig mit über zehn Prozent einen bedeutenden Anteil zum Bruttoinlandsprodukt bei. Weitere bedeutende Exportgüter sind Eisen und Stahl sowie Textilien und Gummiprodukte.
Zuletzt gelangen Serbien einige Fortschritte auf dem Weg zu einer stärkeren Integration in die europäische Wirtschaft: Seit Ende Dezember 2009 können serbische Bürger ohne Visum in den Schengenraum reisen. Parallel dazu stellte Serbien einen Antrag auf Aufnahme in die EU. Noch hat Brüssel aber über einen Kandidatenstatus nicht entschieden. Bereits 2008 wurde ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Serbien unterzeichnet, der Rafitizierungsprozess dazu läuft aber noch.
Aktivitäten des Ost-Ausschusses
Bereits im Jahr 2003 initiierte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Gedenken an den früheren serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic das Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft, mit dessen Unterstützung seitdem 150 serbische Studierende und junge Graduierte ein Praktikum in führenden Unternehmen in Deutschland absolviert haben. Seit dem Jahr 2007 wurde das Zoran-Djindjic-Stipendienprogramm auf alle Länder des westlichen Balkans ausgedehnt.
Am 15. September 2008 fand anlässlich des Besuches des serbischen Vizepremierministers Mladjan Dinkic ein Abendessen mit Vertretern der deutschen Wirtschaft statt. Als Gastgeber hatte Bodo Hombach, Mitglied des Vorstandes des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, in Serbien aktive Unternehmen eingeladen, gemeinsam mit Dinkic aktuelle Probleme und Perspektiven der deutsch-serbischen Wirtschaftsbeziehungen zu erörtern.
Im Januar 2010 fand eine Delegationsreise des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft nach Belgrad statt. Mit 20 beteiligten Unternehmen war es eine der größten deutschen Wirtschaftsdelegationen seit der Unabhängigkeit Serbiens. Unter anderem standen Gespräche mit dem serbischen Präsidenten Boris Tadic und dem Ministerpräsidenten Mirko Cvetkovic auf dem Programm.
Im Rahmen der Grünen Woche im Januar 2011 organisierte der Ost-Ausschuss ein Forum zur Agrarwirtschaft in den CEFTA-Ländern, an dem auch der serbische Landwirtschaftsminister Sasa Dragin mitwirkte.

Statistik
Präsident: Boris Tadić
Regierungschef: Mirko Cvetković
Hauptstadt: Belgrad
Bevölkerung, 2009: 7,4 Mio.
Nominales BIP, 2009: 30,5 Mrd Euro
BIP pro Kopf, 2009: 4.304 Euro
BIP-Wachstum, 2010: 2,0 %
BIP-Wachstum, 2011: 3,0 %
Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus SRB, 2009: 586,8 Mio. Euro
Exporte nach SRB, 2009: 1,2 Mrd. Euro
Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt, EBRD.
BIP: Bruttoinlandsprodukt


