Usbekistan
Stand: August 2010
Usbekistan wurde von der Krise relativ wenig getroffen. Selbst für 2009 wird von Weltbank und IWF für Usbekistan mit einem Wachstum von etwa acht Prozent gerechnet. Bemerkenswert ist, wie stark das Land seine Exporte diversifizieren konnte. War Usbekistan 1991 bei seinen Exporten noch zu 70 Prozent von Baumwolle und Baumwollprodukten abhängig, kommt dieser Wirtschaftszweig 2008 nur noch auf acht Prozent. Inzwischen hat sich die Automobilindustrie stark entwickelt; vor allem der nationale und der russische Markt sind vorläufig stabile Abnehmer von Pkws und Kleinbussen eigener Herstellung. In der Perspektive sollen jedoch auch stärker internationale, darunter deutsche Automobilhersteller auf dem usbekischen Markt neu einsteigen. Mit der MAN Nutzfahrzeuge AG und der Daimler AG wurden Joint Ventures zur LKW- beziehungsweise Bus-Montage gegründet. Weitere Gemeinschaftsunternehmen stehen vor der Gründung.
Gerade bei den Investitionsbedingungen hat die usbekische Regierung nachgearbeitet. Die Aufhebung der politischen EU-Sanktionen im Oktober 2009 eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. Nach Aussage des Ministers für Außenwirtschaftsbeziehungen, Handel und Investitionen Ganiev setzt das Land derzeit ein Modernisierungsprogramm im Umfang von 43 Milliarden US-Dollar im Zeitraum 2009 bis 2011 um.
Usbekistan ist bestrebt, verstärkt ausländische Investoren anzuziehen. Als vorrangiges Instrument dafür wurde eine Freie Industrie- und Wirtschaftszone in Navoi eingerichtet. Die Angebote und Möglichkeiten für deutsche Unternehmen in Navoi standen im Mittelpunkt einer Präsentation im Rahmen der Hannover Messe im April 2010.
Aktivitäten des Ost-Ausschusses
Seit Januar 2008 erscheinen dank einer Finanzierung durch Mitgliedsunternehmen und den Ost-Ausschuss monatliche „Länderanalysen Zentralasien“ zu den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in der Region. Diese werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen und der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde herausgegeben. Die Länderanalysen Zentralasien können kostenlos unter www.laender-analysen.de abonniert werden.
Vom 8. bis 11. November 2009 reiste unter Leitung des Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Klaus Mangold eine zwölfköpfige Wirtschaftsdelegation durch drei Länder Zentralasiens, so auch durch Usbekistan. Bei den Gesprächen der deutschen Unternehmer mit hochrangigen Vertretern der Regierung ging es insbesondere um die Abstimmung neuer Investitions- und Kooperationsprojekte vor allem zur Projektfinanzierung, Infrastruktur-entwicklung, zum Maschinen- und Anlagenbau sowie um die Förderung von Aus- und Weiterbildung. Siehe auch den Bericht zur Delegantionsreise "Wirtschaftskrise und neue Chancen".

Statistik
Präsident: Islam Karimow
Hauptstadt: Taschkent
Bevölkerung, 2009: 27,7 Mio.
Nominales BIP, 2009: 30,2 Mrd. USD
BIP pro Kopf, 2009: 1.090 USD
BIP-Wachstum, 2009: 7,0%
Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus UZ, 2009: 27,0 Mio. Euro
Exporte nach UZ, 2009: 327,0 Mio. Euro
Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt.
BIP: Bruttoinlandsprodukt
Artikel
"Wirtschaftskrise und neue Chancen

